Brand im Amazonas-Regenwald: Eine Klimakatastrophe

Der Amazonas-Regenwald, der fast die Hälfte des südamerikanischen Kontinents einnimmt, steht seit einigen Tagen bereits in Flammen. Ein unschätzbares Welterbe wird in diesem Moment in minütlich in Fußballfeld-großen Flächen vom Feuer verschlungen. Alle Zeitungen und die wichtigsten Medien sprechen darüber, aber was passiert dort wirklich - und warum? Was sind die tatsächlichen Zahlen dieser globalen Katastrophe und was sind die möglichen Folgen? Nimm Dir ein paar Minuten Zeit und erfahre mit uns alles, was es über die Ereignisse im brasilianischen Teil des Amazonasbeckens zu wissen gibt.

Amazonas, die Lunge der Welt!

Der Name 'Amazonas', abgeleitet von den legendäre Amazon-Kriegerinnen in der griechischen Mythologie, beschreibt gleich mehrere verschiedene, aber zueinander gehörige Regionen. Gemeinsam haben sie alle den Fluss Amazonas, den mit knapp 7000 km Länge wahrscheinlich längsten Fluss der Welt. Er durchquert von den Anden aus fast die gesamte Nordhälfte von Südamerika und mündet in den Atlantik. Das Gebiet, durch das er fließt, ist das Amazonasbecken, das seinerseits fast die Hälfte der Gesamtfläche des Kontinents ausmacht und sich über 9 Länder und 7 Millionen Quadratkilometer. Unter anderem umfasst es den Bundesstaat Amazonas, den größten aller Bundesstaaten Brasiliens. Hier leben schätzungsweise ca. 4 Millionen Menschen, allein 2 Millionen davon in der Hauptstadt Manaus. Die Bevölkerungsdichte fällt hoch aus, da weite Teile der Region, ebenso wie im restlichen Amazonasbecken, von dem gewaltigen Amazonas-Regenwald bedeckt sind. Fast 60 % des Waldgebiets befinden sich in Brasilien, sind aber auch in Peru, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Bolivien, Guyana, Suriname und Französisch-Guayana zu finden. Es ist damit größer als die gesamte Europäische Union.

Amazonas-Wald: Ökosystem und Biodiversität

Der Amazonas-Wald repräsentiert nicht nur über die Hälfte aller bestehenden Regenwälder der Welt, sondern verfügt auch über ein einzigartiges Ökosystem für Flora und Fauna. Er beherbergt mehr als 16.000 verschiedene Baumarten, 2,5 Millionen Insektenarten, mehr als 1000 Vögel, 428 Amphibien, 378 Reptilien, 2.200 Fische, 427 Säugetiere und mindestens 40.000 Pflanzenarten. Dazu ist er die Heimat von 10 % aller weltweit bekannten Arten und über 350 Ethnizitäten. Das sind unglaubliche Zahlen, die den Amazonas zu einem einzigartigen Schatz machen, der für die kommenden Generationen bewahrt und gut bewacht werden muss. Nicht nur, weil es ein einzigartiges Becken der biologischen Vielfalt ist, in dem Tier- und Pflanzenarten leben, die es in anderen Teilen der Welt nicht oder nicht mehr gibt. Als fruchtbares Land ist er seit jeher bedroht von den Interessen aggressiver Agrarunternehmen und Landräubern, die ihn zur Wertschöpfung roden und damit immer wieder Brände wie den aktuellen verursachen. 

Waldbrände in Brasilien: Amazonas-Regenwald in Flammen! 

Verheerende Waldbrände in Südamerika und speziell in Brasilien sind leider keine Seltenheit. In den 1990ern und den frühen 2000ern stellte der regelmäßige Verlust großer Waldgebiete schon ein katastrophales Problem dar, dessen Brasilien zwischenzeitlich allerdings durch eine Eindämmung der Entwaldung im letzten Jahrzehnt Herr werden konnte. Die dazu getroffenen Maßnahmen wurden in den vergangen Jahren allerdings zurückgefahren, die Zahl zerstörerischer Infernos stieg wieder an. So oder so übertrifft die aktuelle Notsituation das zuletzt bekannte Niveau jedoch um ein Vielfaches.

In der Trockenperiode diesen Jahres kam es bereits zu 80 % mehr Bränden als 2018 in derselben Zeit - allein im Amazonas-Regenwald sind es bis jetzt über 39.000. Natürliche Ursachen sind dabei die Ausnahme: in der Regel verantwortlich dafür sind Bauern und Agrarbetriebe, die, oft illegalerweise, Land roden, um es landwirtschaftlichen Zwecken zuzuführen. Die Betriebe verfügen über eine starke Lobby in Brasilien und sabotieren die Maßnahmen, die gegen die Entwaldung in die Wege geleitet wurden und zwischen 2005 und 2014 einen beeindruckenden Erfolg zeitigen konnten. Unter dem aktuellen Präsidenten Jair Bolsonaro wurde die Fraktion der Amazonas-Schützer gleich an mehreren Stellen weiter geschwächt. Und nicht zuletzt sind die desaströsen Feuersbrünste auch eine Konsequenz des fortschreitenden Klimawandels, der die Trockenperiode ausdehnt und durch die mit ihm verbundenen steigenden Temperaturen Großbrände begünstigt und die Brandbekämpfung erschwert.

Amazonas-Waldbrände aufgrund der globalen Klimaerwärmung?

Wir Menschen betrachten die globale Erwärmung und den Klimawandel als Synonyme. Wissenschaftler ziehen es jedoch vor, das Wort "Klimawandel" zu verwenden, wenn sie die komplexen Veränderungen beschreiben, die sich heute auf die Wetter- und Klimasysteme unseres Planeten auswirken. Der Klimawandel umfasst nicht nur steigende Durchschnittstemperaturen, sondern auch extreme Wetterereignisse, sich verändernde Tierpopulationen und Lebensräume, steigende Meere und eine Reihe anderer Auswirkungen. All diese Veränderungen zeichnen sich ab, da der Mensch immer mehr wärmespeichernde Treibhausgase in die Atmosphäre einbringt. 

Klimaänderung bedeutet globale Erwärmung

Wissenschaftler führen den seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachteten Trend zur globalen Erwärmung auf die menschengemachte Ausdehnung des "Treibhauseffekts" zurück. Bestimmte Gase in der Atmosphäre verhindern, dass Wärme entweicht. Langlebige Gase, die semipermanent in der Atmosphäre verbleiben und weder physikalisch noch chemisch auf Temperaturschwankungen reagieren, werden als "zwingende" Klimaänderung angesehen. Wissenschaftler sind sich weitgehend einig, dass unsere Kohlenstoffemissionen die Hauptursache für die globale Erwärmung sind. Das Problem des Treibhauseffekts ist seit 1800 bekannt und werden immer wieder von Umweltschutz-Organisationen und Klima-Aktivisten aufgegriffen, die vor der wachsenden Bedrohung und vor allem der bevorstehenden Unumkehrbarkeit des Effekts warnen.

Die Auswirkungen des Klimawandels

Nach Angaben des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wird das Ausmaß der Auswirkungen des Klimawandels auf die einzelnen Regionen im Laufe der Zeit variieren. Der IPCC prognostiziert, dass ein Anstieg der globalen Mitteltemperatur von weniger als 1,8 bis 5,4 Grad Fahrenheit (1 bis 3 Grad Celsius) gegenüber 1990 in einigen Regionen positive und in anderen Regionen negative Auswirkungen haben wird. Die jährlichen Nettokosten und damit die wirtschaftlichen Probleme werden mit den Temperaturen steigen. Die stärksten Auswirkungen wird das Phänomen auf den Ozean, das Wetter, die Ernährung und die Gesundheit haben. Verschmutzte Luft und hohe Temperaturen auf Dauer ausgesetzt zu sein kann etwa Asthma, Herzerkrankungen oder Krebs verursachen. Die durchschnittliche globale Oberflächentemperatur ist bereits jetzt bis um mehr als 1,6 Grad gestiegen. Der dadurch beschleunigte Wandel der klimatischen Bedingungen umfasst nicht nur steigende Durchschnittstemperaturen (globale Erwärmung), sondern auch Naturkatastrophen, sich unnatürlich entwickelnde und schrumpfende Tierpopulationen und Lebensräume, steigende Meeresspiegel durch eine weltweite Eisschmelze und die Zunahme heftiger werdender Niederschläge.

Die Wahrheiten über den Klimawandel

Das ist der aktuelle Stand. Wie sich jedoch die Situation in Zukunft gestalten wird, wie schnell der Abwärtstrend voranschreiten und wie bald die natürlichen Bedingungen in von Menschen bevölkerten Regionen real lebensfeindlich werden, darüber herrscht Uneinigkeit. Es können sich auch bisher unerforschte Effekte später in diesem Jahrhundert zeigen, wenn die Erwärmung anhält. Derzeit wird erwartet, dass der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts zwischen 26 und 82 Zentimeter oder ansteigen wird, oder gar noch stärker. Die Anzahl an gewaltsamen Hurrikans und Stürme wird voraussichtlich größer. Zudem besteht die Gefahr, dass sich einige weitgehend lokale Krankheiten wie zum Beispiel die durch Moskitos übertragene Malaria auf den Rest des Globus ausbreiten werden.

Was kann ich für die Umwelt tun? 

Es ist offensichtlich, dass wir nicht alle den Schlauch in die Hand nehmen können um der Tragödie ein Ende zu setzen. Wir können jedoch mit Kleinigkeiten Wunder erzwingen und mitwirken, damit kein echtes Naturerbe verloren geht. Als erstes müssen wir den Verbrauch von importiertem Rindfleisch aus Brasilien reduzieren, da die Schaffung neuer landwirtschaftlicher Betriebe eine der Hauptursachen für die Entwaldung des Amazonaswaldes ist. Es gibt auch mehrere Verbände, die seit Jahren für den Schutz des Amazonasgebietes kämpfen. Amazon Watch engagiert sich seit über zwanzig Jahren für den Schutz des Waldes und der dort lebenden Völker, indem sie mit einer Spende an den Rainforest Trust den Kauf von Hektar Waldfläche finanzieren. Durch die Unterstützung des WWF kannst auch Du dazu beitragen, die Tausenden von Tierarten zu schützen, die im Amazonas-Ökosystem leben.

Umweltfreundliches Einkaufen bei BravoGutschein

Was unser Fachgebiet betrifft, können wir uns jedoch an ausgewählte Marken wenden, die sich um die Umweltverträglichkeit ihrer Produkte kümmern und aktiv für das Wohlergehen des Planeten sorgen. Ein Beispiel dafür ist adidas: der bekannte Botschafter versucht, den Wasserverbrauch in seinen Produktionsprozessen bis zum nächsten Jahr drastisch zu senken, die Abfallmenge durch innovative Materialien und modernste Technologien zu reduzieren und die CO2-Emissionen zu senken und zu verringern. Ein weiteres Beispiel ist Levi's mit seinen grünen Kollektionen und seinem Engagement für die Verbesserung der ökologischen und sozialen Bedingungen auf Baumwollfeldern sowie Nike, das darauf abzielt, nur 100% erneuerbare Energie zu nutzen und die Verschwendung von Energie und Rohstoffen zu reduzieren. Unter anderem setzen sich auch die Kosmetik- und Beauty-Stores wie Lookfantastic ein und haben Linien mit Produkten entwickelt, die die ökologische Nachhaltigkeit respektieren. Selbst große Elektronikmarken wie Sony führen Kampagnen für die folgenden Bereiche durch um das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen, die unser Planet eingeht.

Lasst uns alle versuchen, etwas auf unsere eigene kleine Art und Weise zu tun um eine solche Tragödie zu verhindern. 

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